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DJG in Bayern – Vortrag „Literatur und Verbrechen: Geschichte, Genres und Themen der Kriminalliteratur Japans“

November 13 @ 19:00 - 21:00

Literatur und Verbrechen: Geschichte, Genres und Themen der Kriminalliteratur Japans
Vortrag von Frau Prof. Dr. Evelyn Schulz

Seit über einhundertfünfzig Jahren gilt der Kriminalroman als eines der produktivsten Prosagenres in der europäischen Literatur. In Japan erfreut sich die Kriminalliteratur ebenfalls nicht nur großer Beliebtheit, sondern auch literarischer Anerkennung, ablesbar an zahlreichen Literaturpreisen, die in den vergangenen Jahren an Werke vergeben wurden, in denen ein Verbrechen und dessen Aufklärung im Mittelpunkt stehen. In anderen Worten – Japan ist ein ausgesprochenes „Krimiland“, wobei viele Bestseller in Tokio spielen.

Kriminalliteratur ist ein hybrides Genre, das sich meist aus den Elementen des Verbrechens, der spannungsgeladenen Suche nach dem Täter, der Problematik von Schuld oder der mit der  Erinnerungsthematik verknüpften Rekonstruktion von Tathergängen zusammensetzt. Aufgrund der inhaltlichen und oft auch strukturellen Komplexität vermag der Kriminalroman sowohl ein großes gesellschaftliches Panorama als auch eingehend ausgearbeitete psychologische Charaktere darzustellen. Der japanischen Kriminalliteratur haftet der Ruf an, besonders oppositionell zu sein, und die Schattenseiten der japanischen Gesellschaft zu beleuchten. Einerseits gilt Japan als ein Land mit einer vergleichsweise niedrigen Kriminalitätsrate, zugleich wird auch in Japan die Öffentlichkeit immer wieder von spektakulären Mordfällen erschüttert. Daneben wird in Japan eine für die Krimi-Produktion signifikante Bedingung erfüllt, nämlich die einer auf engem Raum verdichteten, urbanisierten Gesellschaft.

In dem Vortrag sollen die Entstehungsgeschichte der japanischen Kriminalliteratur sowie prägende Stilrichtungen und Untergattungen beleuchtet werden. Daneben soll anhand repräsentativer Werke der Schriftstellerin Kirino Natsuo (geb. 1951) und des Bestsellerautors Higashino Keigo (geb. 1958) aufgezeigt werden, was den Kriminalroman im Vergleich zu anderen Gattungen im Hinblick auf die Darstellbarkeit von gesellschaftlichen Widersprüchen, sozialer Devianz und Kriminalität auszeichnet.

Evelyn Schulz ist Professorin für Japanologie am Japan-Zentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind neben der Literatur und Kultur des modernen Japan vor allem kultur- und literaturwissenschaftliche Stadtforschung, insbesondere zu Tokyo.

Zeit: Dienstag, 13. November 2018, 19:00 Uhr
Ort: Bibliothekssaal der Staatlichen Münzsammlung,
Residenzstr. 1, München
Eintritt: Mitglieder: frei, Nichtmitglieder: € 5,00

Details

Datum:
November 13
Zeit:
19:00 - 21:00

Veranstalter

DJG in Bayern

Veranstaltungsort

Bibliothekssaal der Staatlichen Münzsammlung
Residenzstr. 1
München ,
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