Liebe Freunde,

am 23. Februar feiert Japan den Geburtstag seiner Majestät des Kaisers von Japan. Aus diesem Anlass habe ich das folgende Grußwort an Seine Exzellenz den Botschafter Japans in Deutschland gesandt. Es wird morgen anlässlich einer virtuellen Feierstunde auf der Homepage der Botschaft veröffentlicht werden.

Volker Stanzel

Grußwort Botschafter a. D. Dr. Volker Stanzels anlässlich des Geburtstags seiner Majestät des Kaisers von Japan am 23. Februar 2022

Im Namen der Deutsch-Japanischen Gesellschaften habe ich die Ehre, Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Kaiser von Japan zu seinem Geburtstag die Glückwünsche unserer Mitglieder zu übermitteln. Ich verbinde dies mit dem Glückwunsch an Ihre Kaiserliche Hoheit Prinzessin Aiko zum Erreichen ihrer Volljährigkeit am 1. Dezember 2021.

Die Mitglieder Deutsch-Japanischer Gesellschaften sind dies auf der Grundlage langjährigen Interesses an Japan, seiner Kultur, seiner Gesellschaft und an den Beziehungen unseres Landes zu Japan. Die meisten haben lange Zeit ihres Lebens in Japan verbracht und pflegen über viele Jahre tiefe Freundschaft zu Menschen in Japan. Berufliche Ziele verbinden sich damit gewöhnlich nicht. Unsere Gesellschaften und unsere Mitglieder repräsentieren das, was man heute Zivilgesellschaft nennt. 

Gewiss, auch die Zivilgesellschaft bewegt sich im Rahmen der staatlich gesetzten Bedingungen. Auch wir in den Deutsch-Japanischen Gesellschaften können nicht darüber hinwegsehen, dass die Veränderungen, die die Welt durchlebt, neue und große Anforderungen an uns stellen. Japan zählt, wie Deutschland und andere Staaten Europas zu den sogenannten mittleren Mächten. Wir sind auch deshalb in vielerlei Hinsicht natürliche Partner. Angesichts unseres begrenzten Einflusses in der Welt teilen wir ein existentielles Interesse an einer auf Regeln basierenden internationalen Ordnung, und wir teilen unsere liberalen und demokratischen Werte. Diese Gemeinsamkeit politischer Interessen hat zu Beginn dieses Jahres auch der Besuch der deutschen Fregatte „Bayern“ in Tokio unterstrichen. In diesem und im kommenden Jahr haben Deutschland und Japan nacheinander den Vorsitz der G7. Dies wird uns vielfältige Möglichkeiten eröffnen, mit einander abgestimmte gemeinsame internationale Initiativen zu verfolgen.

Anlass uns zu erinnern, wie tief die Wurzeln unserer heutigen Gemeinsamkeit reichen, hatten wir im vergangenen Jahr mit den Feiern zum 160. Jahrestag der Aufnahme offizieller deutsch-japanischer Beziehungen. Diese Feiern standen im Schatten der Covid-19-Pandemie. Ähnlich waren auch vor zehn Jahren die Feiern des 150. Jahrestags überschattet von den tragischen Folgen der Dreifachkatastrophe vom 11. März 2011. Damals besuchte Seine Majestät – noch als Kronprinz – Deutschland, und der Bundespräsident stattete Japan einen Besuch ab. Wir hoffen, dass ein gegenseitiger Besuch der höchsten Repräsentanten unserer beider Staaten unter besseren Umständen in nicht zu ferner Zukunft wieder wird stattfinden können.

Der politische Austausch mit Japan ist für Deutschland von großem Wert. Doch ist der Raum, den die Zivilgesellschaft füllt, kein offizieller staatlicher Raum. Es ist ein Raum in dem Sinn, in dem wir alle als aufgeklärte Bürger politische Wesen sind. Die über 50 Deutsch-Japanischen Gesellschaften in Deutschland ebenso wie die über 60 Japanisch-Deutschen Gesellschaften in Japan verfolgen darum keine politischen Zielsetzungen. Ihnen geht es darum, das Verständnis von Mensch zu Mensch zu fördern. Wir wollen das Wissen über das andere Land für immer mehr Menschen erschließen – sei es moderne oder traditionelle Kultur, Kunst oder Literatur, sei es Wirtschaft oder Wissenschaft. 

Dieses Anliegen zu verfolgen, ist nun bereits über zwei Jahre durch den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie erschwert. Sie machte persönliche Begegnungen nahezu unmöglich. Dennoch hat es Japan im vergangenen Jahr mit einem großen gesellschaftlichen Kraftakt vermocht, die aus dem Jahr 2020 verschobenen Olympischen Sommerspiele unter weltweit großer Begeisterung durchzuführen. Dazu beglückwünschen wir unsere japanischen Freunde. Diesen Erfolg sehen wir als Symbol für die Anstrengungen, die uns alle die Pandemie überwinden lassen werden, sodass wir in naher Zukunft unsere Hoffnung auf viele neue gemeinsame Unternehmungen und persönliche Begegnungen werden verwirklichen können.

Wir, die Mitglieder der Deutsch-Japanischen Gesellschaften, möchten unserer tiefen Freundschaft für unser Partnerland Japan anlässlich dieses Tages, verknüpft mit nochmaligem Glückwunsch an Seine Majestät den Kaiser, Ausdruck geben.

Dr. Volker Stanzel

Botschafter a.D.

Präsident 

Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften





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